Aktiv kommunizieren

Autismus, Zuhören, Monolog, Dialog

Warum?

  • Um andere zu verstehen und selber verstanden zu werden.
  • Um eine Situation zu erfassen. Denn man hat nur dann die Möglichkeit eine Situation zu beherrschen, wenn man die wesentlichen Beobachtungen, Bewertungen, Ziele, Perspektiven möglichst vieler möglichst vielen zugänglich macht.
  • Um gemeinsam Ziele zu erreichen. Denn nur mit einem gemeinsamen Verständnis können alle Erfahrungen und Ressourcen in der Planung berücksichtigt und alle Chancen und Risiken in der Umsetzung erkannt werden.
  • Um Verschwendung zu vermeiden und unnötigen Ärger zu verhindern

Dialog

Bei einem echten Dialog kommunizieren die Teilnehmer auf Augenhöhe miteinander. Sie senden und empfangen gleichermaßen aktiv und aufmerksam. Im Fokus steht das Bemühen beider, den jeweils anderen zu verstehen und selber verstanden zu werden. Verständnis bedeutet in diesem Kontext, was die Person ‚ausdrücken möchte‚, nicht unbedingt was sie tatsächlich ‚gesagt hat‘.

Verständnis ist nicht gleichzusetzen mit Zustimmung. Verständnis ist das Nachvollziehen des Senders, seiner Wahrnehmung, seiner Bewertung, Werte, Perspektiven und Logik. Zustimmung wäre die Übereinstimmung in all diesen Punkten.

Zuhören

Beim Zuhören nimmt der Empfänger eine aktive Rolle ein. Er bemüht sich aktiv darum, den Sender zu verstehen. Damit übernimmt der Empfänger einen Teil der Last der Kommunikation.

Der Empfänger ‚fühlt‘ sich in den Sender ein. Je passiver der Sender auf den Empfänger eingeht, desto intensiver muss sich der Empfänger auf den Sender einstellen.

Der Empfänger kommuniziert u.U. seinerseits und bekommt dafür im Gegenzug eine indirekte Gestaltungsmöglichkeit. Er fragt nach, um seine eigenen Wissenslücken zu schließen, Zusammenhänge zu erkennen und scheinbare Widersprüche zu eliminieren. Die Fragen sind inhaltlich auf ‚Erforschen‘ ausgerichtet und dienen ausschließlich der Unterstützung des Senders, sein Anliegen deutlicher zu machen. Es sind keine rethorischen Fragen, weder versteckten Vorwürfe noch offensichtliche Provokationen.

Monolog

Beim Monolog nimmt der Sender die aktive Rolle ein. Er bemühlt sich darum, den Empfänger zu verstehen und auf ihn einzugehen. Damit liegt die Last der Kommunikation weitgehend auf den Schultern des Senders. Es obliegt ihm, den Wissenstand, die Erfahrungen, die Erwartungen, die Leitbilder der Empfänger zu kennen und seine Kommunikation so zu wählen, dass das gewünschte Verständnis beim Empfänger erzeugt wird.

Der Sender ‚fühlt‘ sich in den Empfänger ein. Je passiver der Empfänger auf den Sender reagiert, desto

  • intensiver muss sich der Sender auf den Empfänger einstellen
  • einfacher einfacher und prägnanter müssen die Aussagen sein

Autismus

Beim Autismus sind Senden und Empfangen passiv. Keiner stellt sich auf den jeweils anderen ein, sondern kommuniziert ausschließlich aus seiner eigenen Perspektive. Die Kommunikation schlägt damit fehl.

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Tipps!

Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf das Wesentliche. So wenig wie möglich, so viel wie nötig.

Konzentrieren Sie sich auf Ihre eigene Rolle und gestalten Sie diese so aktiv wie möglich. Denn Sie können nur sich selber ändern, nicht Ihr Gegenüber.

Ein Dialog ist die effektivste Form der Kommunikation. Binden Sie Ihr Gegenüber so weit wie möglich in Ihre Kommunikation mit ein. Als Sender, indem Sie darüber nachdenken, wo Ihr Empfänger inhaltlich und emotional steht, woher er kommt, wohin er will. Als Empfänger, indem Sie darüber nachdenken, wo Ihr Sender steht, woher ere kommt, wohin er will.

Spiegeln Sie. Geben Sie die Aussagen Ihres Gegenübers mit eigenen Worten wieder, bzw. umgekehrt, lassen Sie Ihre eigenen Aussagen von Ihrem Gegenüber mit dessen Worten wiedergeben.

Testen Sie. Leiten Sie Motive und Schlussfolgerungen aus den Aussagen Ihres Gegenübers ab, um ihr Verständnis abzusichern.

Personalisieren Sie. Zeigen Sie die individuellen Konsequenzen einzelner Personen auf, um in eine aktivere Kommunikation einzusteigen.

Artikulieren Sie Ihre Gedanken. Die Annahme, das müsse der andere doch wissen oder erkennen, ist einer der am weitest verbreiteten Irrtümer. Warum soll ein anderen wahrnehmen, was Sie wahrnehmen? Warum soll ein anderer bewerten, wie Sie es tun?

Autor

Reiner Gebers ist Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Real Insight KG. Er unterstützt Medien und Services dabei, Digitale Geschäftsmodelle erfolgreich zu entwickeln und am Markt zu platzieren.

Real Insight KG ist eine Agentur für Kunden-zentrierte Innovation und Transformation.